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Filzfest 2008

17. Filzfest am 3. Mai 2008

Ode an den Filz

Man feiert die Obstbaumblüte, die Ernte, ein Dorfjubiläum oder einen Feuerwehrgeburtstag. Aber Filz? In Lenzen konnte man am Sonnabend beim 17. Filzfest sehen, dass der Kult um dieses vielfältige Material absolut berechtigt ist.

LENZEN - Das Filzfest hat sich enorm gesteigert. Es ist eine anschauliche Verbindung von Tradition und Moderne. Die das sagt, ist Anne Brandes aus Berlin, die allerdings auf Grund verwandtschaftlicher Beziehungen häufig in der Prignitz weilt und somit auch das Lenzener Filzfest über die Jahre schon häufiger besuchte. Gemeinsam mit Tatiana Gasperrazo zeigte sie Irish Dance. Unter dem Namen "Inisheer" tritt die Gruppe mit zwei, häufig auch mehr Tänzerinnen, auf. "Ich habe mich gefreut, dass wir fürs Filzfest angefragt worden sind", berichtet die Nichte von Anke Brandes aus Lenzen.
Ihre Meinung über das Fest teilt die 35-Jährige sicher mit den meisten der tausenden Besucher, die auch dieses Jahr am Sonnabend nach Himmelfahrt wieder nach Lenzen pilgerten. Der Radius, aus dem die Gäste kommen, erstreckt sich zwischen Berlin und Hamburg, resümiert Sibylle Hoppe, 2. Vorsitzende des Filzvereins Lenzen. Sie zeigte sich am Samstagabend zufrieden mit der Großveranstaltung, die ohne nennenswerte Pannen über die Bühne gegangen sei - wenn man von einer ausgefallenen Bierzapfanlage einmal absieht.

Liaison mit Seide und anderen edlen PartnernKulinarisch hatte die Veranstaltung ja auch einiges mehr zu bieten. Zwischen frisch gestampfter Butter, selbst gebackenem Kuchen und natürlich Produkten aus Schafs- und Ziegenmilch fiel die Entscheidung gar nicht so leicht. Die begehrlichsten Blicke jedoch zog vorgestern der Filz auf sich. Seit kurzem geht er als "Nunofilz" eine Erfolg versprechende Liaison mit Seide und anderen edlen Stoffen ein. Kleidungsstücke und Accessoires aus dieser Kombination ließen vor allem Frauenherzen höher schlagen. Sie geben Filz und Filzmode ein völlig neues Image - gut zu beobachten in der Filzmodenschau.

Wer die Ode an den Filz singen möchte, muss sich allerdings auch bewusst sein, dass es ein Endprodukt aus Wolle ist. Viele Arbeitsschritte gehen dem voraus. Und: Aus Wolle und Tierfellen kann man noch einiges mehr machen. Wer aufmerksam über das weitläufige Festgelände schlenderte, sah die vielen Facetten des Naturproduktes. Er wurde nebenbei auch noch nett unterhalten mit einem abwechslungsreichen Kulturprogramm.
(Quelle: Birgit Hamann im "Der Prignitzer" vom 05.05.2008)

Gelungene Veranstaltung auf dem Schafhof Rademacher / Kinder und Erwachsene konnten altes Handwerk kennenlernen

LENZEN - Herrliches Sonnenwetter ließ am Sonnabend Hunderte Schaulustige zum traditionellen Filzfest nach Lenzen eilen, es war ein ständiges Kommen und Gehen. Zum 17. Mal wurde auf dem Schafhof Rademacher und im Spiel- und Naturlehrgarten beim großen Kunsthandwerkermarkt viele Gewerke vorgestellt, darunter Gerber, Weber, Töpfer, Korbflechter und Schmied. Natürlich fehlten auch die Filzer vom Lenzener Filzverein nicht.
Junge Frauen vom Lenzener Karneval präsentierten tragbare Kreationen auf einer Filzmodenschau. Kinder konnten unter Anleitung ihre Fertigkeit im Filzen schulen und selbst erleben, wie aus Wolle mit Hilfe von Seifenwasser und Walken bunte Bälle und Armreifen entstehen. Erstmals war eine Ausstellung mit Glaskunst- und Holzobjekten zu sehen. Die Glasgestalterin Ute Stender aus Dömitz sowie die Holzkünstlerin Sonja Bletzinger zeigten ihre Werke in der Kunstscheune. Ihre Premiere beim Filzfest feierte auch die Gruppe „Inisheer“ aus Berlin. Auf der Bühne im Spielgarten zeigte sie irische Tänze. Mit dabei waren auch in diesem Jahr die Mittelaltergruppe „Taktlos“ aus Rostock sowie die Jagdhornbläser aus Gadow.
Viele Höhepunkte sorgten für einen interessanten Tag: Seiler Peter Heitmann hatte eine Reeperbahn auf der Wollwiese aufgebaut, wo auch das Kerzenziehen zu sehen war. Den kleinen Besuchern erzählte Copsi die Geschichte vom Hexenschloss, zu bewundern waren die Zauberei mit Santini und das Marionettentheater Hummlerus mit dem Stück „Der Bauer und der Teufel“.
Die Naturwacht und die Waldschule Gadow verbanden Wissenswertes aus der Natur mit Spielerischem. Schafschurdemonstrationen sorgten ebenso für Abwechselung wie Schnitzvorführungen mit der Motorsäge von Michael Fröhlich.
Wer immer schon wissen wollte, was sein Familienname bedeutet, wurde in der Jurte fündig, wo ihm Kerstin Beck Aufklärung zuteil werden ließ. Große und Kleine konnten ihre Treffsicherheit beim Bogenschießen überprüfen. Natürlich fehlten auch verschiedene Schaf- und Rinderrassen aus der Region nicht. Deftiges aus Topf und Pfanne, Räucherfisch sowie Kaffee und Kuchen rundeten das schier unübersehbare Angebot ab.
(Quelle: Wolfram Hennies im "Prignitzkurier" der MAZ vom 05.05.2008)